Blindengeld

Blinden- bzw. Sehbehindertengeld, die offizielle Bezeichnung in Berlin ist „Leistungen nach dem Landespflegegeldgesetz (LPflGG)“, dient zum Ausgleich von behinderungsbedingten Mehraufwendungen für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen und gilt nicht als Einkommen. Es wird unabhängig von Einkommen und Vermögen gewährt.

Da die Leistungssätze an die Rentenwerte gekoppelt sind, werde diese jährlich zum 1. Juli angepasst. Vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesrates verändern sich die Lesitungen zum 1. Juli 2018 wie folgt:

Wer hat Anspruch auf Blinden- bzw. Sehbehindertengeld?

Blindengeld: Wer auf dem besseren Auge mit Korrektur (also mit Brille oder anderer Sehhilfe) nicht mehr als zwei Prozent sieht.
Sehbehindertengeld: Wer auf dem besseren Auge mit Korrektur nicht mehr als fünf Prozent sieht.
Gesichtsfeldeinschränkungen werden berücksichtigt.

Wie hoch ist das Blinden- bzw. Sehbehindertengeld in Berlin?

  • Das Blindengeld nach § 2 Abs. 1 Satz 1 LPflGG beträgt ab 1. Juli 2018 573,66 Euro (bisher: 555,74 Euro).
  • Bei Blindheit und gleichzeitiger Gehörlosigkeit werden nach § 2 Abs. 1 Satz 2 LPflGG weiterhin 1.189,00 Euro gezahlt.
  • Das Pflegegeld wegen hochgradiger Sehbehinderung oder Gehörlosigkeit nach § 2 Abs. 2 Satz 1 LPflGG beträgt ab 1. Juli 2018 143,41 Euro (bisher: 138,94 Euro).
  • Liegen beide Behinderungen gleichzeitig vor, beträgt das Pflegegeld nach § 2 Abs. 2 Satz 2 LPflGG ab 1. Juli 2018 286,82 Euro (bisher: 277,88 Euro).

In Senioren- und Pflegeeinrichtungen werden ab 1. Juli 2018 folgende Leistungen gewährt:

  • bei Blindheit 286,82 Euro (bisher: 277,87 Euro),
  • bei Blindheit und gleichzeitiger Gehörlosigkeit unverändert 594,50 Euro,
  • bei hochgradiger Sehbehinderung oder Gehörlosigkeit 71,71 Euro (bisher: 69,47 Euro) und
  • bei hochgradiger Sehbehinderung und gleichzeitiger Gehörlosigkeit 143,41 Euro (bisher: 138,94 Euro).

Wer bekommt Blindenhilfe?

Die Gewährung von Blindenhilfe nach dem SGB XII ist abhängig von Einkommen und Vermögen. Ab 1. Juli 2018 beträgt die Blindenhilfe 717,07 Euro (bisher: 694,68 Euro), für Personen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres 359,15 Euro (bisher: 347,94 Euro). Da das Blindengeld in Berlin niedriger ist als die Blindenhilfe, kann bei geringem Einkommen möglicherweise ergänzende Blindenhilfe beantragt werden.

Quelle: Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales

Was passiert mit dem Blinden- bzw. Sehbehindertengeld bei Pflegebedürftigkeit?

Die Leistungen aus der Pflegeversicherung werden auf das Blinden- bzw. Sehbehindertengeld angerechnet.

Pflegebedürftige Personen erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung entsprechend ihrer Bedürftigkeit bzw. ihrer Einstufung in einen der fünf Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5. Die Pflegegrade haben die früheren Pflegestufen zum 1.1.2017 abgelöst.

Auszahlung des Blindengeldes von 555,74 Euro bei Leistungen aus der Pflegeversicherung:

  • Pflegegrad 1: ohne Abzug
  • Pflegegrad 2: 428,30 Euro
    (573,66 Euro - 145,36 Euro, entsprechend 46 % von 316,00 Euro bei Pflegegeld Grad 2)
  • Pflegegrad 3, 4, 5: 393,81 Euro
    (573,66 Euro - 179,85 Euro, entsprechend 33 % von 545,00 Euro bei Pflegegeld Grad 3)

Auszahlung des Sehbehindertengeldes von 138,94 Euro bei Leistungen aus der Pflegeversicherung:

  • Pflegegrad 1: ohne Abzug
  • Pflegegrad 2, 3, 4 und 5: keine Auszahlung

Auszahlung der Blindenhilfe von 694,68 Euro bzw. ergänzenden Blindenhilfe von 138,94 Euro nach § 72 SGB XII bei Leistungen aus der Pflegeversicherung:                                        

  • Pflegegrad 1: ohne Abzug
  • Pflegegrad 2: 126,48 Euro
    (694,68 Euro - 410,38 Euro - 158,00 Euro, entsprechend 50 % von 316,00 Euro bei Pflegegeld Grad 2)
  • Pflegegrad 3, 4, 5: 100,79 Euro
    (694,68 Euro - 375,89 Euro - 218,00 Euro, entsprechend 40% von 545,00 Euro bei Pflegegeld Grad 3)

Fragen zum Blindengeld, zur Blindenhilfe und zum Antragsverfahren beantwortet Ihnen gern der ABSV-Sozialdienst.

Kontakt:

Petra Rissmann
Telefon: 030 895 88-115
E-Mail: petra.rissmann[at]absv.de

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