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Der Erfinder der Taubblinden-Sprache starb vor 100 Jahren |
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Hieronymus Lorm (eigentlich: Heinrich Landesmann), geboren am 9. August 1821 in Nikolsburg (Mähren) und gestorben am 3. Dezember 1902 in Brünn (Mähren), war Lyriker, Schriftsteller, Journalist und Philosoph. Lorm ertaubte 1837, als er dann im Jahr 1881 auch noch erblindete, entwickelte er zusammen mit seiner Tochter Marie die nach ihm benannte Fingerzeichensprache. Während das schriftstellerische und poetische Werk von Hieronymus Lorm auf seine Wiederentdeckung wartet, lebt seine Zeichensprache unter den mehreren Tausend Taubblinden im deutschen Sprachgebiet weiter. Das Lormen basiert darauf, dass jeder Buchstabe des Alphabets durch eine festgelegte Berührung der Hand dargestellt werden kann. Nach einiger Übung kann so schnell gelormt werden, dass ein mit mäßiger Geschwindigkeit geführtes Gespräch möglich ist. Ein Beispiel: Um einem Taubblinden "Hallo!" zu sagen, nehme ich seine Handfläche, streiche einmal von oben nach unten über den kleinen Finger ("H"), tippe einmal auf die Daumenspitze ("A"), streiche zwei mal von der Spitze des Mittelfingers bis zum Handgelenk ("LL"), tippe einmal auf die Spitze des Ringfingers ("O") und schlage dann einmal leicht auf die Handfläche, um das Wort zu beenden. Taubblinde finden Beratung und Unterstützung beim Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e. V. (ABSV), Tel. 030 / 895 880. Hier existiert auch eine Taubblinden-Gruppe mit regelmäßigen Zusammenkünften. Beim ABSV kann ein Stoffhandschuh erworben werden, auf dem die Berührungspunkte für jeden Buchstaben aufgedruckt sind (für Sehende, zum Erlernen des Lormens). Am 3. Dezember 2002 um 17:00 Uhr wird der blinde Historiker Dr. Hartmut Mehls den Menschen, Lyriker, Schriftsteller, Journalisten und Philosophen Hieronymus Lorm im Rahmen eines Vortrages würdigen. Ort: Museum für Blindenwesen, Rothenburgstr. 14, Berlin-Steglitz. Pressekontakt:
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