Blinde "begreifen" Stadt und Land


Oktober 2002

Am 15. Oktober ist der "Tag des weißen Stockes", der traditionelle Tag der Blinden. An diesem Tag machen weltweit Blinde und hochgradig Sehbehinderte auf ihre Belange aufmerksam. In Deutschland werden in diesem Jahr schwerpunktmäßig die Probleme im öffentlichen Verkehr aufgezeigt.

Ortstermin: Dienstag, 15. Oktober 2002, 15:00 Uhr

Treffpunkt im Erholungspark Marzahn in der Ausstellung "Modellpark Berlin-Brandenburg"
Blinde und Sehbehinderte werden die ausgestellten Berliner und Brandenburger Sehenswürdigkeiten im Maßstab 1:25 mit den Händen "begreifen" und dabei für Fotoaufnahmen zur Verfügung stehen. Zwischen den Modellen wird eine blindengerechte Modell-Ampel stehen, außerdem wird ein kurzer Blindenleitstreifen aus Rillenplatten ausgelegt. Der nachfolgende Text erklärt diese wichtigen Zusatzeinrichtungen für Blinde und Sehbehinderte.

Ampelmännchen zum Hören

Blinden- und sehbehindertengerechte Ampelanlagen geben ein gleichmäßiges "Tackern" von sich, mit dessen Hilfe wir den Ampelmast finden können. Durch das Drücken von speziellen Tasten an den Anforderungskästen können wir ein akustisches Zusatzsignal anfordern. Die Tasten sind unterschiedlich gestaltet, so erhalten wir wichtige Informationen, zum Beispiel, ob wir eine Straße mit oder ohne Mittelinsel überqueren. Die Signaltöne müssen jederzeit gut wahrnehmbar sein, deshalb wird die Lautstärke automatisch an den Umgebungslärm angepasst. "Lausbubenstreiche", wie ein Beschmieren oder Beschädigen der Tasten, können schwerwiegende Folgen für uns haben - unter Umständen sogar lebensgefährliche!

Immer schön die Rillen entlang

So mancher hat sich sicher schon gefragt, warum viele Bahnsteigkanten doppelt markiert sind - an der Kante und dann mit etwas Abstand noch einmal, wobei dieser innere Streifen auch noch so seltsame Rillen aufweist. Bei den Rillenplatten handelt es sich um Blindenleitstreifen, auf denen ein Blinder beim Gehen seinen Langstock schleifend hin und her pendeln lässt. So werden wir davor bewahrt, zu dicht an die Bahnsteigkante zu geraten. Und wenn dann mit dem Stock ein größeres Feld aus Metall mit deutlich anderem Ton gefunden wird, ist dies ein Hinweis darauf, dass sich an dieser Stelle im rechten Winkel zum Blindenleitstreifen ein Aufzug oder eine Treppe befindet. Vermeiden Sie daher, sich beim Warten auf diesen Streifen zu stellen - so können für beide Seiten unangenehme Kollisionen verhindert werden.

Pressekontakt:

Volker Lenk
Öffentlichkeitsarbeit

Allgemeiner Blinden- und
Sehbehindertenverein Berlin
gegr. 1874 e. V.
(ABSV Berlin)
Auerbacher Str. 7
14193 Berlin
Tel.: 030 / 895 88 123
Fax: 030 / 895 88 99

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