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Berliner Behindertenzeitung, Dezember 2010/Januar 2011
von Paloma Rändel
Vom 15. bis 23. Oktober 2010 fand in Berlin die Aktion „Augen-Licht“ statt – eine Spendenaktion zugunsten des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin gegr. 1874 e.V. (ABSV), die von der City Stiftung Berlin und ihren Partnern in Kooperation mit dem Berliner Augenarzt, Dr. Christoph Wiemer, und dem ABSV initiiert wurde.
Am 15. Oktober verwandelte sich das Europa-Center Berlin, eines der prominentesten Gebäude der Stadt, in ein „Temporäres Licht-Zeichen“. Viele Schaulustige konnten erleben, wie sich die Fassade des etwa 90 m hohen Einkaufscenters durch Laser-Strahlen in ein leuchtendes Kunstwerk verwandelt hat. Aus Anlass des „Internationalen Tages des Weißen Stockes“ wurde die Beleuchtungsaktion für einige Minuten unterbrochen, um auf die Menschen hinzuweisen, die schlecht oder gar nicht sehen können.
Zu den weiteren Veranstaltungen der Aktion „Augen-Licht“ gehörte ein Kinder- und Familienfest, auf dem ABSV-Mitglied Silja Korn Märchen in Braille gelesen hat. Anschließend konnten sich die Zuhörer ihren Namen in Brailleschrift ausdrucken lassen.
Die Einladung von René Koch zu einem ganztägigen Schmink- und Farbenkurs wurde begeistert angenommen. Der bekannte Visagist weiß, dass auch blinde und sehbehinderte Frauen gesehen werden wollen. Seine Tipps und Erfahrungen gibt er dieser Zielgruppe einmal im Monat sogar unentgeltlich weiter.
Schluss- und Höhepunkt der Aktion „Augen-Licht“ bildete eine Tandemtour durch die kunstvoll erleuchtete Berliner Innenstadt. Rund 100 Teilnehmer trafen sich am Abend des 23. Oktober vor dem Berliner Hauptbahnhof, um gemeinsam zu den bekannten Berliner Gebäuden zu fahren, die aus Anlass des alljährlichen Festivals of Lights attraktiv illuminiert waren. Für die erfolgreiche Bahnradsportlerin Dana Glöß und Tandem-Weltmeister Emanuel Raasch, die die Tour anführten, war die Aktion ebenfalls spannend – mit einem blinden Fahrer auf ihrem Tandem waren sie schließlich zum ersten Mal unterwegs. Die Radsportler des Berliner Radsport Verbands e.V., die als Ordner die Tour begleiteten, hatten so viel Spaß dabei, dass sie sich gleich für weitere gemeinsame Aktivitäten angeboten haben, erste Kontakte mit blinden und sehbehinderten Radlern wurden bereits vor Ort geknüpft.
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