| Kobinet, 4. Januar 2011
Am heutigen Weltbrailletag erinnern sich blinde und sehbehinderte Menschen auf der ganzen Welt dankbar an den Franzosen Louis Braille, der vor 202 Jahren das Licht der Welt erblickte. Im Kindheitsalter durch einen Unfall erblindet, erfand er mit 16 Jahren die auf sechs Punkten basierende und nach ihm benannte Blindenschrift. Bis heute ermöglicht Braille blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen, Zugang zur Bildung zu finden, den Alltag zu gestalten, im Internet zu surfen oder Mails zu schreiben.
Der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e. V. (ABSV) macht in einer Pressemitteilung darauf aufmerksam, dass die Brailleschrift auch für ältere Menschen eine Chance bietet: Heute verlieren die meisten blinden und sehbehinderten Menschen ihr Augenlicht erst im hohen Alter. Die Blindenschrift zu lernen, erscheint ihnen als eine unüberwindbare Hürde, zumal das große Angebot an Hörbüchern in den Blindenhörbüchereien und im Handel eine solche Anstrengung überflüssig zu machen scheint.
Doch die Schrift spielt nicht nur bei Literatur eine Rolle, sondern auch bei vielen Dingen im Alltag. Wie sonst soll man beispielsweise die gewünschte CD im Regal ausfindig machen, wenn die Aufschrift nicht lesbar ist? In welchem der Ordner soll das Schreiben von der Versicherung abgeheftet werden? Oder wie das richtige Gewürz finden, ohne an allen Gefäßen schnuppern zu müssen? "Schon ein Kunststoffaufkleber mit Brailleschrift auf dem jeweiligen Objekt hilft", weiß der selbst blinde ABSV-Geschäftsführer Manfred Scharbach. Der Verein bietet speziell für ältere Menschen einen Einstieg in die Brailleschrift mit vielen Tipps für praktische Anwendungen. sch
Mehr Infos unter 030/895 88-0. Unter www.absv.de kann jeder Interessierte seinen Namen in Blindenschrift schreiben und ausdrucken.
Foto: Lesende Hände, DBSV/Max Lautenschläger
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