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"Rollis" müssen draußen bleiben - die U 5 ist nicht behindertengerecht |
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Aufzüge
geplant / Blinde und Gehörlose fühlen sich vernachlässigt Die Wahrscheinlichkeit, auf der Linie U 5 zwischen Alexanderplatz und Lichtenberg einem Rollstuhlfahrer zu begegnen, ist gering. Ein Gehbehinderter hat dort keine Chance, ohne Hilfe in einen U-Bahnhof zu gelangen. Auf diesem Abschnitt der U 5 ist keine einzige Station behindertengerecht. "Es gibt keine Rampen und keine Aufzüge", sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Berliner Behindertenverbandes, Horst Lemke. Viele Umsteigebahnhöfe sind für unbegleitete Rollstuhlfahrer Endstationen: "Am Bahnhof Alexanderplatz gibt es keinen Aufzug, der von der U-Bahn zum S-Bahnhof führt. Dasselbe gilt für die Bahnhöfe Friedrichstraße und Yorckstraße." Horst Lemke könnte noch viele andere Stellen nennen, an denen Rollstuhlfahrer nicht alleine zurechtkommen: Kreuzungen, an denen die Bürgersteige nicht abgesenkt sind. Gaststätten, in denen die Toiletten zu eng sind. Öffentliche Gebäude, deren Eingänge nicht breit genug sind oder Straßenbahnlinien, auf denen nur Tatra-Züge mit unerklimmbar hohen Stufen verkehren. Dabei gehören Rollstuhlfahrer noch zu den Behinderten, auf die im öffentlichen Verkehr und im Straßenbau am meisten Rücksicht genommen wird. "Mehr als 1 300 Busse, also fast 90 Prozent, sind für Behinderte geeignet", sagt der Landesbeauftragte für Behinderte, Martin Marquard. "Die Hälfte der 32 Straßenbahnlinien und 85 der 130 Berliner S-Bahnhöfe sind für Behinderte nutzbar." Besonders mit den neuen S-Bahn-Zügen ist er zufrieden. "Sie sind geräumig und man kann auch im Sitzen den Türöffner leicht bedienen." Noch in diesem Jahr werden die U-Bahnhöfe Gesundbrunnen, Neu-Westend und Schönhauser Allee Aufzüge bekommen. Am U-Bahnhof Alexanderplatz werden in diesem Jahr zwei Fahrstühle gebaut, die die U 5 mit der U 8 und der S-Bahn verbinden. Im nächsten Jahr sollen alle Umsteigebahnhöfe der U 5 Aufzüge haben. Schlechter gestellt sind die Sehbehinderten, die Blinden und vor allem die Gehörlosen. Wolfgang Schmidt-Block vom Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein kritisiert, dass an vielen Bahnhöfen und Straßenkreuzungen keine Sinus-Rillenplatten liegen. "Das sind geriffelte Platten, an denen wir mit dem Blindenlangstock erkennen können, wo der Bahnsteig oder der Bordstein endet", sagt er. "Am S-Bahnhof Zoo liegen keine Rillenplatten, am Fernbahnhof fehlen sie auch." Sehbehinderte mit einem Rest Sehvermögen hätten oft Orientierungs-Schwierigkeiten. "Farben und Schriften auf Schildern müssten in stärkerem Kontrast zum Hintergrund stehen", sagt Schmidt-Block. Wenn Ampeln und Kreuzungen umgebaut werden, bekommen sie eine behindertengerechte Ausstattung, sagt ein Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die Vorschriften für den Bau öffentlicher Gebäude seien rigide. Sie legen zum Beispiel fest, dass diese Bauten mit all ihren Etagen für jeden zugänglich sein müssen. Selbst für die Zahl ausreichend geräumiger Toiletten gibt es Vorgaben. "Primär haben wir uns um die Rollstuhlfahrer gekümmert", sagt er. "Sehbehinderte, Kleinwüchsige aber auch Gehörlose sind wenig beachtet worden." Menschen, die schlecht oder gar nicht hören, haben vor allem Probleme im Umgang mit Behörden und anderen Institutionen, zum Beispiel Banken. Der Gehörlosenverband kritisiert, dass in zu wenigen Fällen Dolmetscher finanziert werden. BERLINER ZEITUNG Nicht überall sind die Wege so breit wie in der gläsernen Kuppel des Reichstagsgebäudes. Horst Lemke, 66, ist seit 1978 gehbehindert. Im elektrischen Rollstuhl kann er die gewundene Strecke mühelos hinauffahren |
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