Forderungen zum Tag des weißen Stockes

ABSV-Info 74/2026 vom 15.10.2026

Heute, am 15. Oktober, begehen wir den Internationalen Tag des weißen Stockes. Er macht auf die Bedeutung von Selbstständigkeit, Mobilität und gleichberechtigter Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam.

Anlässlich dieses Aktionstages fordert der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) die Einführung eines Bachelor-Studiengangs „Rehabilitation bei Beeinträchtigung des Sehens und Blindheit“. Um diesen finanziell abzusichern und gemeinsam mit den Hochschulen umzusetzen, wird dringend die Unterstützung von Bund und Ländern gebraucht.

Wer sein Sehvermögen verliert oder mit einer fortschreitenden Sehbehinderung lebt, benötigt gezielte Unterstützung, um alltägliche Fähigkeiten zu erhalten oder neu zu erlernen. Dazu gehören vor allem Schulungen in Orientierung und Mobilität, etwa für die sichere Fortbewegung mit dem Blindenlangstock, sowie in lebenspraktischen Fähigkeiten. Dabei erlernt man beispielsweise, selbstständig zu kochen, einzukaufen, Geld zu verwalten oder Haushaltsgeräte sicher zu bedienen.

Derzeit wird die Ausbildung zur Rehabilitationsfachkraft als Weiterbildung aufbauend auf einem sozialen oder Gesundheitsberuf angeboten. Sie ist mit hohen finanziellen Belastungen für die Fachschülerinnen und Fachschüler verbunden, was es erschwert, Menschen für das Berufsbild zu interessieren und ausreichend Fachkräfte zu qualifizieren. Durch den Engpass an Fachkräften entstehen für Betroffene oft lange Wartezeiten. Ein Hochschulstudiengang, wie ihn der DBSV fordert, würde einen strukturierten Zugang zum Beruf eröffnen, fachliche Entwicklungsperspektiven verbessern und eine verlässliche Grundlage für die Ausbildung des dringend benötigten Nachwuchses schaffen.

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