Tag des Blindenführhundes
ABSV-Info 10/2026 vom 29.01.2026
Heute, am 29. Januar, begehen wir den Tag des Blindenführhundes (National Seeing Eye Dog Day). Am 29. Januar 1929 wurde die erste Schule für Blindenführhunde der USA gegründet.
Die systematische Ausbildung von Blindenführhunden begann jedoch schon früher. Im Oktober 1916 übergab der Deutsche Verein für Sanitätshunde den ersten systematisch ausgebildeten Blindenführhund an den Kriegsblinden Paul Feyen. In Potsdam entstand 1923 vom Verein für Deutsche Schäferhunde eine Schule, die beispielgebend für die Gründungen von Führhundschulen in anderen Ländern, darunter in den USA, war. Seit nunmehr über 100 Jahren ermöglichen Blindenführhunde blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen Mobilität, Sicherheit und Orientierung im Alltag. Blindenführhunde umgehen Hindernisse, finden Ampeln, Zebrastreifen und Haltestellen und erkennen häufig genutzte Wege zuverlässig.
Das Interesse an den klugen vierbeinigen Begleitern ist groß, doch leider ist nicht allen bekannt, dass blinde und stark sehbehinderte Menschen in Begleitung von Blindenführhunden besondere Zutrittsrechte haben, auch dort, wo normalerweise Tiere nicht erlaubt sind. Das gilt zum Beispiel für Arztpraxen und Krankenhäuser. Aber auch in öffentlichen Verkehrsmitteln und Taxis, in Geschäften sowie in Freizeit- und Kultureinrichtungen sollte die Mitnahme eines Blindenführhundes selbstverständlich sein. Dennoch kommt es im Alltag immer wieder zu Konflikten. Hier besteht ein großer Bedarf an Sensibilisierung und Aufklärung in der Öffentlichkeit. Die Gruppe der Führhundhaltenden im ABSV leistet dafür einen wertvollen Beitrag.
Ein Blindenführhund ist im Dienst am weißen Führgeschirr zu erkennen. Während seiner Arbeit darf er nicht angesprochen, gestreichelt oder anderweitig abgelenkt werden, da er sonst seine Aufgabe nicht sicher erfüllen kann. Assistenzhunde, also auch Blindenführhunde, müssen von einer zuständigen Stelle anerkannt werden. Nach der Anerkennung erhalten sie zur einheitlichen Kennzeichnung einen Lichtbildausweis sowie ein besonderes Abzeichen. Welche Form der Kennzeichnung genutzt wird, entscheidet der blinde Mensch selbst.
Wer sich intensiver mit dem Thema Blindenführhund beschäftigen möchte, dem empfehlen wir die Podcastreihe „Fell und Führbügel“ des DBSV, von der bereits mehrere Episoden erschienen sind. In der aktuellen Episode geht es darum, wie Mensch und Hund in der so genannten „Einarbeitung“ auf den Weg zu einem gemeinsamen Team gebracht werden.
Zum Podcast „Fell und Führbügel“
Haben Sie selbst einen Blindenführhund oder einfach Interesse an Austausch und Vernetzung? Unsere Gruppe der Führhundhaltenden freut sich über Zuwachs und interessierte Gäste. Das nächste Treffen mit Spaziergang und anschließendem Austausch findet am 28.02.2026, ab 10:00 Uhr statt.
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