ABSV-Info 48/2022 - Verleihung des 71. Hörspielpreises der Kriegsblinden – Preis für Radiokunst

Mittwoch, 11. Mai 2022

Liebe Leserinnen und Leser, 

am 17. Mai wird der Hörspielpreis der Kriegsblinden in der Kölner Wolkenburg verliehen. Die Auszeichnung wird von der Film- und Medienstiftung NRW und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) getragen.

Vergeben wird der Preis an ein Hörspiel, das „in herausragender Weise die Möglichkeiten der Kunstform realisiert und erweitert“ (DBSV). Der Preis wird bereits zum 71. Mal verliehen. Der DBSV hat die Mitträgerschaft vor zwei Jahren vom Bund der Kriegsblinden übernommen. Eine 14-köpfige Jury hat drei Arbeiten nominiert: „Adolf Eichmann – Ein Hörprozess“, „Die Arbeit an der Rolle“ und „Saal 101“.

Das Deutschlandradio wird die Veranstaltung als Livestream übertragen.

Zum Livestream am 17. Mai

Kurzbeschreibung:

„Adolf Eichmann – Ein Hörprozess“
von Noam Brusilovsky und Ofer Waldman
Produktion: RBB / DLF

Dieses dokumentarische Hörspiel erzählt die Geschichte des Prozesses zur Aufarbeitung der NS-Verbrechen aus Sicht des damaligen öffentlich-rechtlichen israelischen Rundfunks „Kol Israel“. Dieser übertrug damals die Aussagen Eichmanns, der Zeugen, der Anklage, der Verteidigung und der Richter live in die Häuser in ganz Israel.

„Adolf Eichmann – Ein Hörprozess“ zum Nachhören

„Die Arbeit an der Rolle“
von Noam Brusilovsky und Lucia Lucas
Produktion: SWR

Die Opernsängerin Lucia Lucas trat jahrelang als Mann auf und spielte ausschließlich maskuline Rollen. Als sie sich 2014 als Transgender-Frau outete, änderte sich ihre äußerliche Erscheinung, ihre Stimme blieb jedoch unverändert. Da bei Hörspielen die Stimme im Vordergrund steht, eignet sich das Medium sehr gut, um das Rollenspiel und die Authentizität ihrer Stimme, vor allem bei ihren Arien, wiederzugeben. Außerdem wirft das Hörspiel einen Blick auf die vielen Stationen ihrer Lebensgeschichte.

„Die Arbeit an der Rolle“ zum Nachhören

„Saal 101. Dokumentarhörspiel zum NSU-Prozess“
von Katarina Agathos, Julian Wiprich, Katja Huber und Ulrich Lampen
Produktion: BR, MDR, SWR, RB, HR, WDR, NDR, RBB, SR

Im Saal 101 begann 2013 der NSU-Prozess gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte. Fünf Jahre lang wurden die vom Nationalsozialistischen Untergrund verübten zehn Morde, zwei Bombenanschläge und 15 Raubüberfälle vor Gericht verhandelt. An den über 400 Prozesstagen fertigten ARD-Reporterinnen und Reporter über 6.000 Seiten an Mitschriften an. Diese werden in diesem Dokumentarhörspiel nun für alle zugänglich gemacht.

„Saal 101“ zum Nachhören

Weitere Informationen zum Hörspielpreis:
www.hoerspielpreis.info

Paloma Rändel
Öffentlichkeitsarbeit

Hände lesen über Brailleschrift, Makro