E-Scooter – Aus dem Weg!
Pressemitteilung vom 30.06.2026
Rund 40 Organisationen fordern ein Ende
des E-Scooter-Chaos auf Berlins Gehwegen
Berlin, 30.06.2026. Schon in wenigen Monaten sollen Gehwege in Berlin ohne wild abgestellte E-Scooter und Leihräder sein – das fordert ein Bündnis von rund 40 Organisationen. Das Bündnis ist breit und bunt und zeigt, wie umfassend der Unmut über das vor sieben Jahren ausgebrochene Chaos ist. Die Organisationen vertreten die Belange der Berliner Seniorinnen und Senioren, von Menschen mit Behinderungen und sozial Benachteiligten; hinzu kommen Verbände aus den Bereichen Gesundheit, Umwelt, Verkehr, Stadtbild und Stadtkultur.
Das Bündnis verweist darauf, dass am 31. März 2027 die Sondernutzungs-Genehmigungen des Senats für den Verleih von derzeit 65.000 E-Scootern, Fahrrädern und E-Motorrollern auslaufen. Diese Genehmigungen erlauben grundsätzlich das Abstellen überall. Sie enthalten zwar Verbote, die aber nach Vor-Ort-Studien und Hochrechnungen täglich mindestens 20.000-fach durchbrochen werden.
„Der Senat hat die Probleme des Free-Floating-Systems erkannt und benannt. Jetzt müssen den Worten rasch Taten folgen. Für blinde und sehbehinderte Menschen ist jeder weitere Tag mit unkontrolliert abgestellten E-Scootern ein Sicherheitsrisiko. Das Abstellchaos muss ein Ende haben und darf nicht bis 2035 oder länger andauern“, erklärt Dr. Thomas Krämer, Geschäftsführer des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin (ABSV).
Künftige Genehmigungen ab April 2027 soll es nur noch für das Abstellen in festen Stationen geben, fordert das Bündnis. Und es sollen nur so viele Fahrzeuge zugelassen werden, wie Platz an diesen Stationen ist.
„Es gäbe dann zunächst viel weniger Fahrzeuge als bisher. Aber das wäre kein Verlust, denn die Mobilitätsbedeutung von E-Scootern ist minimal“, sagt Roland Stimpel von der Fußgängerlobby FUSS e. V. Er verweist auf Studien im Auftrag des Berliner Senats, nach denen nur 0,1 Prozent aller Wege in Berlin mit E-Scootern zurückgelegt werden. „Nur 10 bis 15 Minuten täglich werden die Fahrzeuge benutzt, die meiste Zeit stehen oder liegen sie störend herum.“
Auch die kürzlich präsentierte Sharing-Strategie des Verkehrssenats strebt feste Stationen an, allerdings für das ganze Stadtgebiet erst in zehn Jahren. Zudem soll ein Teil dieser Stationen auf Gehwegen eingerichtet werden.
Neben den Initiatoren ABSV und Fuss e. V. fordert ein breites Bündnis, die E-Scooter rasch aus dem Weg zu schaffen.
Das Bündnis fordert die demokratischen Parteien in Berlin auf, ihren Standpunkt klar zu machen: Wollen auch Sie das E-Scooter-Chaos 2027 beenden? Oder soll die Mehrheit der Menschen in Berlin noch unabsehbar lange von wild herumstehenden und liegenden Fahrzeugen belästigt, behindert und gefährdet werden?
Mehr Infos:
www.absv.de/e-scooter-aus-dem-weg
Pressekontakt:
Paloma Rändel, Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 030 895 88-123
E-Mail: paloma.raendel@absv.de